19.12.06 Chenini-Ksar Ghilane

Am Morgen bei "Chrigels Plätzli"

Am Morgen erwachen wir wiederum bei strahlendem Sonnenschein. Während Nathi, Michi und Chrigel noch etwas herumplegern, klettert Claudia den Hang hinauf zu einem der grossen Felsblöcke und geniesst dort die Morgensonne und den herrlichen Blick hinunter auf unser Nachtlager. Es ist herrlich hier!

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Wellblechpiste nach Ksar Ghilane

Etwas später als sonst nehmen wir die Weiterfahrt unter die Räder. Heute wollen wir Ksar Ghilane, die grosse Oase erreichen. Wir haben eine Route ausgewählt, die ziemlich direkt dorthin führt. Leider ist diese Piste jedoch in einem ziemlich schlechten Zustand, lauter „Wellblech“ und ausgewaschene „Bachbett-Passagen“. Um kein Risiko für Nathi einzugehen, entscheiden wir, uns zu trennen. Nathi und Michi nehmen den Weg zurück über das Dahar-Gebirge nach Matmata und von dort die Pipeline-Piste bis nach Ksar Ghilane und wir folgen dem direkten Weg über die Wellblech-Piste. Gemeinsam vereinbaren wir, wo und wann wir uns in Ksar Ghilane treffen wollen und fahren schliesslich los.

Wir befahren die Piste weiter in Richtung Ksar Ghilane. Zum Teil ist das Wellblech so intensiv, dass Chrigel neben der Piste fährt und sich einen Weg durch die Grasbüschel sucht. Natürlich kommen wir nicht so schnell voran, aber wir haben ja auch keine Eile. Die Landschaft ist zwar karg, aber die Weite einfach beeindruckend.

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Claudias erste Sanddüne

Plötzlich entdeckt Claudia in der Ferne etwas, das wie eine Düne aussieht. Wir schauen uns an und sind uns einig: Nichts wie hin! Gesagt, getan. Chrigel biegt nach links ab und jagt den Landy den Hügel hinauf. Tatsächlich befindet sich dahinter ein kleines Sandfeld, auf das er schnurstraks zusteuert. Genüsslich fährt er hinein und hält auf einem kleinen Sandhügel an. Das war keine gute Idee – aber dazu kommen wir später…

Der Sand ist rotbraun und fein wie Puder. Claudia knipst ein paar Bilder und wir saugen die Eindrücke in uns auf. Claudia will den Hügel hinunter laufen um sich ein bisschen zu bewegen und Chrigel fragt sich beim Einsteigen in den Landy, ob er wohl in diesem feinen Sand überhaupt anfahren kann…
Natürlich klappt das nicht und die Räder des Landrovers graben sich im Sand ein. Tja, da gibt’s nur eines: Sandbleche und Schaufeln raus und buddeln.

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Weiterfahrt nach Ksar Ghilane

Ohne grosse Schwierigkeiten befreit Chrigel den Landy aus seiner misslichen Lage und wir fahren – abseits der Piste weiter bis wir auf einen etwas höheren Hügel hinauf kommen. Von hier oben haben wir einen herrlichen Blick auf die Umgebung. Beeindruckend, diese karge Landschaft hat einen ganz eigenen Zauber…

Nach einer kurzen Pause geht es dann auf der anderen Seite des Hügels bergab. Chrigel geniesst die „Down-Hill“ Partie sichtlich und Claudia versucht, die Eindrücke während der Fahrt mit der Kamera einzufangen :-)

Wieder zurück auf der Piste verändert sich das Landschaftsbild während unserer Weiterfahrt langsam. Die Hügel werden seltener, aber überall befinden sich trockene Grasbüschel und es wird immer sandiger. Ab und zu treffen wir Hirten mit kleinen Schafherden oder einzelne Kamele an. Und plötzlich erschein in der Ferne ein dunkelgrüner Streifen. Das ist Ksar Ghilane.

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Ksar Ghilane

Rund eine Stunde vor dem vereinbarten Zeitpunkt erreichen wir die Oase. Ksar Ghilane liegt direkt am Rand eines grossen Dünenfeldes und verfügt über warme Quellen. Die Oase beherbergt drei Campingplätze, ein einfaches Hotel mehrere Cafés und hunderte von Dattelpalmen. Vieles ist hier auf den Tourismus ausgerichtet, denn in der Hochsaison kommen viele Gäste von Djerba, um hier einen Tag mit einem Kameltrip oder sogar eine Nacht im Beduinenzelt zu verbringen.

Wir lassen uns davon nicht stören und geniessen eine kühle Erfrischung in einem der Cafés. Es ist ein komisches Gefühl, ohne Nathi und Michi hier anzukommen. Zusätzlich haben unsere Natels hier, anders als erwartet, keinen Empfang und im Falle eines Problems könnten uns die beiden gar nicht erreichen. Bereits eine halbe Stunde vor „Deadline“ wird Chrigel so kribbelig, dass wir uns entschliessen, den unseren Freunden entgegen zu fahren.

Voller Anspannung suchen unsere Augen während der Fahrt immer wieder den Horizont ab. Wir sind sehr froh, als wir den roten Landy nach gut zwanzig Minuten in der Ferne entdecken und als wir uns dann endlich treffen, erfahren wir erleichtert, dass alles ohne Probleme verlaufen ist.

Das Tor zur Sahara

Gemeinsam kehren wir nach Ksar Ghilane zurück, suchen einen schönen Platz auf einem der Camps, stellen unsere Landrover hin und gehen ein kurzes Stück zum hinteren Ausgang der Oase. Hier beginnt die Sahara – so kommt es uns zumindest vor, denn vor uns breiten sich unzählige Sanddünen aus. Wir staunen und geniessen. Dieser Anblick zieht uns alle in seinen Bann - einfach faszinierend!

Dankend lehnen wir das Angebot eines Touristenführers für einen kurzen Ritt zum nahe gelegenen Fort ab, denn dort wollen wir an einem der nächsten Tage schliesslich mit unseren Landrovern selber hinfahren! Dann machen wir uns zu Fuss auf den Weg zurück, natürlich nicht, ohne noch einen kurzen Zwischenhalt in einem der Cafés zu machen.

Am Abend geniessen wir wiederum ein feines Znacht und planen gemeinsam die Route der nächsten paar Tage. Einstimmig kommen wir zum Schluss, dass wir versuchen möchten, von Ksar Ghilane gemütlich in drei Tagen durch die Wüste nach Douz zu fahren. Das wird sicher genial…

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Unsere Pläne für den nächsten Tag, findet du hier: Ksar Ghilane-Ain Essbat