17.12.06 Djerba
Im Hauptort Houmt-Souk auf Djerba
Der nächste Tag beginnt ziemlich trüb. Der Himmel ist mit dicken grauen Wolken verhangen und es ist auch ziemlich kühl. Nach dem Frühstück verstauen wir die Palmzweige, die wir eigentlich für unser gestriges Lagerfeuerchen gesammelt haben in einer Plache und schnüren diese aufs Dach unseres Landys. Dann machen wir uns auf den Weg in Richtung Houmt-Souk, dem Hauptort auf der Insel Djerba. Dort wollen wir Geld holen und einkaufen gehen (das Bier ist alle).
In Houmt-Souk angekommen, besuchen wir zuerst den Hafen. Es ist alles wie ausgestorben. Anhand der vielen Restaurants an der Hafenpromenade können wir uns aber ausrechnen, was hier in der Hochsaison abgeht. Im Hafen liegen auch einige für Touristen-Ausfahrten um-/nachgebaute Piratenschiffe, bei deren Anblick Claudia fast übel wird, denn sie hatte vor einigen Jahren mal das Vergnügen, auf so einer Touri-Ausfahrt mit dabei zu sein und machte damals Bekanntschaft mit der Seekrankheit…
Wir marschieren ein Stück der Hafenmauer entlang und wundern uns über die tausenden von Tontöpfen die hier aufgeschichtet liegen. Wozu die wohl gut sind? Einige Fischer sind von der morgendlichen Ausfahrt zurückgekehrt, laden den Fang ab und säubern und flicken ihre Netze. Es ist ziemlich friedlich hier und alles geht eine Stufe langsamer…
Nach unserem Hafenrundgang fahren wir weiter ins Zentrum. Hier ist es alles andere als ruhig. Die Stadt ist für unseren Geschmack ziemlich hässlich und es herrscht ein ziemliches Chaos. Wir brauchen einige Zeit, bis wir uns zurechtfinden. Wir parken, lassen Chrigel als Wachposten bei den Fahrzeugen und machen uns zu dritt auf um unsere Einkäufe zu erledigen. Typisch tunesisch müssen wir für fast jedes Lebensmittel in einen anderen Laden. Mit ein paar Brocken französisch, Händen und Füssen fragen wir uns durch, bis wir alles gefunden haben – alles bis auf das Bier! Auch mit dem besten Willen können wir das Grand Magasin nicht aufspüren, denn nur dort gibt es Alkoholisches… Schliesslich geben wir auf und machen uns ohne Bier auf den Weg um einen Übernachtungsplatz an der Ostküste zu finden.
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Land unter auf Djerba
Die Suche nach einem Übernachtungsplatz ist wieder nicht ganz einfach. Schliesslich finden wir aber eine Jugendherberge mit einem dazugehörigen Campingplatz und stellen uns etwas am Rand hin. Das Meer nur ein paar Meter entfernt und darum entschliesst sich Claudia für einen Spaziergang dem Ufer entlang. Doch sie kommt natürlich nicht weit, denn am Strand liegen tausende Muscheln und Schneckenhäuschen.
Beim Eindunkeln beginnen wir, das Nachtessen vorzubereiten. Weil der Himmel immer noch voller dunkler Wolken hängt, haben wir vorsichtshalber ein Dach gebaut, unter das wir im Notfall flüchten können. Der erste Regenguss lässt dann auch nicht lange auf sich warten. Nach einer kurzen Pause geht es dann aber erst richtig los und es ergiessen sich sintflutartige Regenfälle über uns. Weil das Gelände etwas schräg ist, fliesst der Regen in ganzen Bächen über den Platz geradewegs auf uns zu. Dummerweise haben wir wohl fast den tiefsten Punkt des Campingplatzes für unser Nachtlager ausgesucht.
Unter unserem Tisch bildet sich langsam ein See. Mit der Schaufel ziehen wir einen Graben und versuchen so, das Wasser von uns weg zu leiten, damit wir wenigstens in Ruhe fertig essen können. Immer wieder muss einer von uns aufstehen, um auch die Wasseransammlungen auf dem Dach zu entleeren. Wir trotzen der Feuchtigkeit tapfer mit Kafi-Schnaps und Schoggi-Guetzli. Trotzdem wird es bald zu ungemütlich und wir ziehen uns in unsere Schlafsäcke zurück. Hoffentlich ist das Unwetter morgen vorbei…
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Ob Petrus uns erhöhrt, erfährst du hier: Djerba-Chenini