31.12.06 Metline-Kerkouane

Wälder, Küste und der nördlichste Punkt von Afrika

Als wir am Sylvestermorgen aus unseren Betten klettern blinzelt die Sonne bereits durch die Baumgipfel. Wir haben uns wirklich ein herrliches Plätzchen ausgesucht!

Nach einem feinen Frühstück mit Croissants und den Spaghetti-Resten vom Vorabend fahren wir weiter und durchforsten noch eine ganze Weile den umliegenden Wald. Die Strassen sind zum Teil sehr holprig und irgendwo geht es dann mal wieder nicht mehr weiter. Wir kehren um und suchen uns einen anderen Weg. Es ist einfach herrlich, durch den Wald zu fahren und wir geniessen den kühlen Schatten der Bäume.

Irgendwann kommen wir an ein kleines Dorf am Waldrand und kurz darauf biegen wir wieder in die Hauptstrasse in Richtung Tunis ein. Weil wir den Sylvesterabend nicht dort verbringen wollen, lassen wir die Stadt hinter uns.

Etwas ausserhalb der Stadt bemerkt Chrigel plötzlich, dass die Bremsen nicht mehr richtig funktionieren. Wir signalisieren Nathi und Michi, dass wir ein Problem haben und halten am Strassenrand an. Ein vorsichtiger Kontrollgriff an die Felge bestätigt Chrigels Verdacht: Heissgelaufene Bremse vorne links. Wir fahren noch ein kurzes Stück vorsichtig weiter, bis wir einen Platz finden, wo Chrigel das Rad entfernen kann. Während die Männer werkeln, macht Nathi ein Nickerchen und Claudia liest ein paar Seiten und beobachtet die Schafe, die an uns vorbeiziehen. Die Problemanalyse unserer beiden Mechaniker ergibt, dass sich die Bremsbacken (aus welchem Grund auch immer) nicht mehr gelöst und darum dauernd an der Bremsscheibe gerieben haben. Chrigel demontiert die Bremsbacken und lässt alles abkühlen. Anschliessend wird alles wieder montiert und wir fahren vorsichtig weiter. Das Problem ist scheinbar behoben.

Wir erkunden die Küste und suchen uns dann ganz an der Spitze der Halbinsel, in der Nähe des Cap Bon ein lauschiges Plätzchen am Meer, wo wir die Sylvesternacht verbringen können. Wieder ist es nicht ganz einfach, doch wir werden schlussendlich fündig: Ein ruhiger Platz 10 Meter vom Meer entfernt, wow!

Zum Znacht zaubert Michi feine „Tschiwaptschitschi“ (keine Ahnung wie man das schreibt!). Dazu gibt es Kartoffelstock und zum Dessert Vanillecrème. Mmmh… Nach dem köstlichen Nachtessen zünden wir ein kleines Lagerfeuer an und wärmen uns daran. Weil wir alle ziemlich müde sind, entschliessen wir uns, den bis hier mitgeführten Prosecco bereits um 22 Uhr zu köpfen und stossen auf das neue Jahr und die gelungene Reise an. Bonne année!

Als die Flasche leer ist und die Glut des Feuers langsam an Kraft verliert, schlüpfen wir in unsere Schlafsäcke und rutschen friedlich schlummernd ins Jahr 2007 hinüber.

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Was wir am Neujahrstag vorhaben, findest du hier.