29.12.06 Sbeitla-Stausee Sidi Salem

Felder und saftig grüne Wiesen

Die letzte Nacht war windig und kühl. Das merken wir natürlich auch, als wir beim Frühstück sitzen und uns gerne je eine zweite Tasse heissen Kaffee oder Milch einschenken. Anschliessend geniessen wir eine ausgiebige Morgentoilette auf der warmen allgemeinen Toilette des Hotels, packen danach schnell unsere Sachen zusammen und fahren weiter.

Wir stellen fest, dass die nördlichen Gebiete viel stärker besiedelt sind als der südliche Teil des Landes. Hier befinden sich auch weite Felder und wir sehen zum ersten Mal seit fast drei Wochen wieder grüne Wiesen. Unsere Augen sind diese kräftige Farbe nicht mehr gewohnt und darum schmerzt das satte Grün fast beim hinschauen. Obwohl wir diesen Anblick in der Wüste nicht vermisst haben, ist es doch ein wunderschönes Bild.

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Bekanntschaft am Stausee von Sidi Salem

In der Nähe von Testour biegen wir links ab und folgen dem Feldweg um zum Stausee zu gelangen. Wir passieren mehrere Bauernhöfe und ernten dabei einige verwunderte Blicke. Nach gut einer Stunde entdecken wir plötzlich in der Ferne den tiefblauen Stausee. Nichts wie hin!

Kurz vor dem See fahren wir an einem weiteren Bauernhof vorbei und nach der nächsten Kurve verläuft der Weg direkt in den See. Hier geht es nicht mehr weiter. Wie wir aus dem Reiseführer wissen, dient der 30 km lange Stausee der Trinkwasserversorgung von Tunis und der südlichen Küstenregionen bis Sfax sowie der Bewässerung der Gärten am Cap Bon. Beim Bau des Staudammes von Sidi Salem musste ein ganzes Tal überflutet werden. Dabei versanken mehrere Dörfer. Die Bevölkerung wurde in die umliegenden Gebiete umgesiedelt.

Wir staunen über das Blau des Sees und geniessen den Anblick. Doch die Ruhe währt nicht lange, denn natürlich blieben wir bei unserer Fahrt an den See nicht unbeobachtet… Schon nach kurzer Zeit sind wir von fünf Kindern umringt, die uns neugierig beobachten, miteinander tuscheln und kichern. Schliesslich ergreift eines der älteren Mädchen das Wort: Von wo kommt ihr? Was macht ihr in Tunesien? Wie war es in der Wüste? Gefällt es euch hier? Und, und, und… Wir kramen unsere ganzen Französischkenntnisse zusammen, um zu antworten. Die Kinder sind sehr offen und die älteren Mädchen beginnen sogar, kleine Poesie-Verse für uns aufzuschreiben. Wir amüsieren uns köstlich und natürlich machen wir auch ein Foto mit unseren neuen Bekannten. Als Dankeschön erhält jedes der Kinder einen Kugelschreiber, den sie freudig entgegen nehmen.

Da kommen vom See her plötzlich zwei junge Männer. Sie haben Fische gefangen, gewaltige Brocken! Die gibt’s bei der Familie wohl heute zum Abendessen :-). Die Kinder erbetteln auch für die jungen Männer ein Souvenir: Feuerzeuge aus der Schweiz. Da taucht auch noch eine Frau auf, die Mutter von einigen der Kinder. Sie fragt, ob es uns hier gefällt und erzählt, dass morgen ein grosser Feiertag in Tunesien sei (den Namen haben wir leider vergessen). An diesem Feiertag werden überall Schafe oder Lämmer geschlachtet. Nachdem wir auch der Mama ein Souvenir überreicht haben, machen wir uns auf den Weg zurück nach Testour.

Wir wollen im Wald in der Nähe der Talsperre einen Übernachtungsplatz suchen. Leider ist das nicht ganz so einfach wie wir uns das vorgestellt haben. Wir müssen ziemlich lange suchen, bis wir einen geeigneten Platz finden. Schliesslich landen wir am Ufer des Sees und schlagen zwischen hohen Büschen unser Lager auf.

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Übernachtungsplatz am See

Am Abend beim gemütlichen Beisammensein spüren wir deutlich, dass wir uns nicht mehr im Süden befinden. Es ist ziemlich kühl und windig. Wir amüsieren uns trotzdem köstlich, als wir den heutigen Tag revue passieren lassen und bekämpfen die kühlen Temperaturen mit heissem Kaffee.

Als es dann doch zu unbequem wird, ziehen wir uns in unsere Landys zurück und legen uns schlafen.

Morgen erwarten uns das Meer und der nördlichste Punkt von Tunesien. Hier geht’s weiter zum Cap Blanc und nach Metline.