Der heutige Tag beginnt früh: Um 04.30 Uhr ist Tagwache. Die Besteigung des Kala Pathar steht auf dem Programm. Wir bekommen Tee und heisses Wasser am Zelt und laden Biberli in die Rucksäcke. Dick eingepackt und ohne Frühstück soll es gleich losgehen. Aber stopp! Eine Hürde gilt es noch zu nehmen: Kontaktlinsen einsetzen bei Claudia. Die Prozedur benötigt ganze vier Personen. Sepp hält den Spiegel, Elvira leuchtet mit der Stirnlampe, Chrigel hält die Blister und Claudia versucht die kleinen Dinger in die vor Kälte tränenden Augen einzusetzen. Nach 10 Minuten ist es geschafft und wir ziehen los. Es ist noch fast dunkel und bitterkalt. Weil uns aber der Vollmond den Weg beleuchtet brauchen wir keine Lampen. Wir staksen das Tal nach hinten, Finger und Zehen eiskalt, Nase triefend… Um 06.30 Uhr erreichen uns die ersten Sonnenstrahlen, eine Wohltat für unsere kalten Glieder!

Gut 3 Stunden dauert unser Marsch in Richtung Kala Pathar. Am Fuss des Berges liegt ein kleines Kaff mit dem Namen Gorakshep. Um ca. 09.15 Uhr machen wir uns von dort auf, den Kala Pathar zu bezwingen. Nima und Phurba tragen schon den ganzen Tag die Rucksäcke von Elvira und Claudia. Wir spüren die Höhe, die Luft ist dünner, das Geschnaufe umso stärker. Elvira und Sepp haben ein gutes Tempo und ziehen davon. Chrigel und Claudia tun sich schwerer: 40 Schritte gehen, fünfmal tief durchatmen, 40 Schritte gehen, fünfmal tief durchatmen usw. Chrigel hat wieder Kopfschmerzen, Claudia Halsweh. Doch die Aussicht ist genial! Immer wieder bleiben wir stehen. Halb oben sind wir kurz davor, aufzugeben. Doch Phurba treibt uns weiter. Wir gehen sooo langsam, dass wir fast umkippen. Schritt um Schritt quälen wir uns den Berg hinauf, bis wir es endlich geschafft haben. Oben werden wir Elvira und Sepp lachend empfangen und wir umarmen und gratulieren uns.

Das Panorama ist gewaltig! Man sieht hier direkt zum höchsten Berg der Welt, dem Mount Everest hinüber. Gleich daneben befindet sich der Lothse. Man hat das Gefühl, dass man diese Schneeriesen fast mit der Hand greifen könnte. Doch die wären ja noch schöne 3000 m höher!! Nach einer kurzen Tee- und Guetzli-Pause machen sich Elvira, Sepp, Chrigel, Phurba und Nima auf um auch noch den obersten Summit des Kala Pathar zu erklimmen. Claudia hat inzwischen auch Kopfschmerzen und bleibt darum zurück und ruht sich etwas aus. Auf dem Gipfel, der auf 5640 m.ü.M. liegt, weht ein starker Wind. Natürlich werden einige Summit-Fotos gemacht und Chrigel bringt Claudia einen Stein von ganz oben mit.

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Nach einem weiteren Becher Tee beginnen wir mit dem Abstieg. Das geht zwar bedeutend einfacher als rauf, ist aber ebenfalls Atem raubend. Immer noch kommen uns schnaufende Touristen entgegen. Endlich sind wir wieder in Gorakshep angelangt. In einer Lodge schlürfen wir genüsslich eine Nudelsuppe. Der Rückweg nach Lobuche zieht sich dann ewig in die Länge. Sind wir wirklich soo weit gelatscht am Morgen? Die Sonne weicht dem Nebel und es wird kalt. Völlig geschafft erreichen wir schliesslich unsere Zelte.

Beim Znacht besucht uns ein ehemaliges Nepali-Trekking-Gspändli von Sepp. Es geht ziemlich heiter zu und her. Trotzdem ist bald Schlafsack-Zeit. Ich montiere meine Mütze um die kalten Füsse loszuwerden (kein Scherz, das funktioniert wirklich!!) und um 20.00 Uhr sind wir bereits eingeschlafen… Leider plagen uns auch in dieser Nacht wieder die blöden Hunde, die um die Wette bellen und uns den wohlverdienten Schlaf rauben.

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