Nach einer mühsamen Nacht ist um 07.00 Uhr endlich Tagwache. Elvira, Claudia und Chrigel brummt der Schädel. Zum Frühstück gibt’s Porridge und Eier, doch wir müssen uns zwingen, etwas zu essen. Um 08.45 Uhr starten wir unsere nächste Tagesetappe. Heute steht uns zum Glück kein grosser Aufstieg bevor. Wir wandern wieder ein Stück zurück Tal auswärts, bleiben aber am rechten Hang und biegen schliesslich rechts ab. So umrunden wir den Lobuche-Peak.

Plötzlich entdecken wir am Fuss des Cholatse einen grossen Gletscher-See. Weiter vorne warten am Hang alle Porter und Phurba mit Nima. Sie haben am Cholatse zwei Kletterer entdeckt und wissen, dass Elvira einen Feldstecher bei sich hat… Und eben dieser Feldstecher macht dann natürlich mehrmals die Runde. Ca. eine halbe Stunde beobachten wir die beiden Kletterer bevor wir uns wieder auf den Weg machen. Hier hat es viele kleine und grössere Bäche, die mehr oder weniger laut plätschernd ihren Weg ins Tal suchen. Das Plätschern und das viele Trinken bewirken, dass wir ziemlich oft eine Pinkel-Pause einlegen müssen, grins. Und da es hier oben null Bäume aber dafür tausend Steine hat, huschen wir halt „hinter den Stein“ anstatt „hinter den Baum“…. ;-)

An einem der Bäche kommt uns dann wieder Phurna mit Sirup und Tassen entgegen. Nach der Rast folgt ein kurzer Aufstieg und wir sehen eine herzige kleine Alp, an der wir.... vorbeiziehen. Gute 20 Minuten später entdecken wir schon von weit her eine Auslegeordnung von Zelten, Schlafsäcken, Taschen usw. Das Gelände ist hier flach und in den Farben gelb, orange und rot-braun und wird von einem leise plätschernden Bach durchzogen. Jupi, heute wird wirklich in „freier Wildbahn“ gezeltet (bisher waren wir immer in der Nähe einer Lodge)!

Zum ersten Mal sehen wir die ganze Truppe, die uns begleitet auf einem Haufen. Wow, das sind ja 13 Leute! Keine schlechte Mannschaft für uns vier Touristen! Das müssen wir natürlich mit einem Selbstauslöser-Foto festhalten. Es gibt Mittagessen und danach puffen wir unsere Zelte ein und waschen Socken und Haare. Brrr, eiskalt! Dann kommt der Nebel. Wir lümmeln etwas herum, lesen, schreiben Tagebuch. Dann gibt es Nachtessen im Esszelt. Es ist wirklich erstaunlich, was die Küchen-Crew wieder alles hergezaubert hat. Khana mytosa, Ghotte!!

Es ist ziemlich kalt geworden und darum verkriechen wir uns bald in unsere Zelte und nehmen die nächste Nacht in Angriff. Das Durchschlafen gestaltet sich in dieser Höhe als unmögliches Unterfangen. Der Ruhe-Puls hat hier oben die Frequenz, die wir zu Hause beim zügigen Gehen haben und darum ist der Schlaf auch nicht sehr tief. Dies macht vor allem Claudia zu Schaffen. Immer wieder erwacht sie. Weil dann meistens auch noch die Blase drückt heisst es jedes Mal: In die eiskalten Kleider und Wanderschuhe rein, raus aus dem Zelt, zum Toiletten-Zelt, nach dem Geschäft wieder zurück zum Zelt, alles wieder ausziehen und wieder zwei Stunden schlafen bis der ganze Zirkus von vorne beginnt… Doch diese nächtlichen Spaziergänge haben auch eine schöne Seite: Es ist herrlich still hier oben und der Sternenhimmel ist einfach fantastisch!

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