Wir werden früh geweckt. Um 04.30 Uhr heisst es aufstehen und um 06.00 Uhr Abmarsch. Heute steht uns die Überquerung des Chola-Passes auf 5330 m bevor, da ist es wichtig, dass wir möglichst früh aufbrechen um nicht bei grösster „Hitze“ den Aufstieg machen zu müssen. Auf dem Weg nach oben erleben wir einen herrlichen Sonnenaufgang mit einem gleichzeitigen Monduntergang. Auch der Blick zurück zu unserem Zeltplatz ist wunderschön.

Der Aufstieg ist anstrengend, zum Teil müssen wir auf allen vieren Kraxeln. Bei einem Zwischenstopp baut Phurba ein Steinmannli. Dann geht’s weiter. Kurz vor dem Pass überqueren wir einen Gletscher bzw. ein Schneefeld. Die Porter schlitteln auf dem Hosenboden den Hang hinunter, ein herrliches Schauspiel! Auf dem Pass angekommen begehen wir ein Ritual: Wir haben von Kathmandu Gebetsfahnen mitgebracht, die wir hier aufhängen. Diese Geste erfreut unsere Nepali-Freunde sehr und auch für uns ist das etwas ganz Besonderes. Die Gebetsfahnen tragen die Farben der fünf Elemente und es sind Gebete aufgedruckt. Die Nepali glauben, dass der Wind die Gebete in die Welt hinaus trägt…
Wir ruhen uns kurz aus. Von der anderen Seite des Passes kommen ein paar Träger und Touristen herauf. Der Weg auf dieser Seite ist ziemlich steil und wir sind froh, dass wir dort hinunter und nicht hinauf müssen. Der Weg ist voller Geröll. Vorsichtig klettern wir hinunter. Leider müssen wir kurz darauf wieder ein gutes Stück aufsteigen. So überqueren wir zwei weitere Hügel-Ketten bis wir nach einem nicht mehr enden wollenden Weg dem Bach entlang um 12.30 Uhr endlich unser Tagesziel Dragnag erreichen. Dieses kleine Dorf liegt gleich beim Talausgang auf 4700 m.ü.M. Heute haben wir auf 10 Kilometern Weg 550 Meter Aufstieg und 630 Meter Abstieg geschafft.

Am Nachmittag waschen wir einen Teil unserer Wäsche, denn die Hemden und T-shirts werden langsam knapp. Dann bringen wir Phurba ein paar schweizerdeutsche Sätze bei (und kugeln uns dabei alle fünf vor Lachen). Am Abend geniessen wir in der überheizten und bis auf den letzten Platz gefüllten Stube der Lodge ein feines Nachtessen mit Momos und feuriger Tomatensauce. Mmmh…

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